Die Akupunktur ist eine der Säulen der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und ist wohl die bekannteste Methode zur Behandlung von Beschwerden und Krankheiten.
Die Akupunkturbehandlung 
Sie beginnt mit einem Erstgespräch (Anamnese), welches etwa eine Stunde dauert. Blick-, Puls- und Zungendiagnostik sowie notwendige körperliche Untersuchungen runden dieses Erstgespräch ab. Danach wird ein Behandlungskonzept ausgearbeitet und beim nächsten Besuch mit dem Patienten durchgesprochen. Es werdem dünne Einmalnadeln in die Haut eingebracht. Sie verbleiben dort mindestens 20 Minuten. Moxibustion, Schröpfen oder eine Kräuterrezeptur kann ergänzend angezeigt sein.
Ist Akupunktur schmerzhaft? Gibt es Nebenwirkungen?
Das Einbringen der sterilen Einmalnadel in die Haut ist nahezu schmerzfrei. Jedoch ist ein anschließendes Sensationsgefühl (Deqi-Gefühl), wie z.B. ein Ziehen, ein dumpfes Gefühl, Kribbeln, ein kurzes elektrisierendes Gefühl erwünscht.
Eine fachgerecht durchgeführte Akupunktur hat kaum Nebenwirkungen. Möglicherweise können sich die Symptome für kurze Zeit verstärken. Kreislaufreaktionen sind selten.
Wie lange muss behandelt werden?
Akute Erkrankungen erfordern einen kürzeren Behandlungsinterwall (2-3 mal pro Woche), chronische Erkrankungen werden 1 mal pro Woche behandelt. Ein Behandlungszyklus besteht üblicherweise aus 10 Behandlungen. Danach erfolgt eine Pause von mehreren Wochen. Mehrere Behandlungszyklen können notwendig sein.
Indikationen für eine Akupunkturbehandlung
- Erkrankungen des Atmungssystems: Erkältungen, Schnupfen, Sinusitis, Asthma, Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Mandelentzündung, Tinnitus, Schwindel
- Erkrankungen des Verdauungssystems: Magenschleimhautentzündung, Reizdarmsyndrom, chronische Darmentzündungen, Verstopfung, Durchfall, Befindlichkeitsstörungen (Übelkeit, Erbrechen) während Chemo- oder Strahlenbehandlung
- Neurologische Erkrankungen: Kopfschmerzen/Migräne, Trigeminusneuralgie, Fazialisparese, Lähmungen z.B. nach Schlaganfall, Ischialgie
- Erkrankungen des Bewegungsapparates: Arthritis, Tennisellenbogen, Karpaltunnel-Syndrom, Schmerzen des Bewegungsapparates (Schulter, Rücken, Knie, Knöchel), Schmerzen der Extremitäten (Hand, Fuß)
- Hauterkrankungen: Ekzeme, Neurodermitis, Psoriasis, Wundheilungsstörungen, Herpes simplex / zoster
- Allergien jeder Art: Heuschnupfen, allergische Rhinitis
- Kreislauf: Schwindel, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen
- Gynäkologische Erkrankungen: Menstruationsstörungen, Zyklusunregelmäßigkeiten, Wechseljahresbeschwerden, Fruchtbarkeitsstörungen
- Vegetative Störungen: Schlaflosigkeit, Erschöpfungssyndrom, Depression, innere Unruhe, funktionelle Herzbeschwerden, Blutdruckschwankungen
- Augenerkrankungen
- Schlafstörungen
Eine ausführliche Auflistung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bei der sich Akupunktur besonders bewährt hat, finden Sie unter folgendem Link (in englisch)
Schulmedizinisch verordnete Medikamente sind während der Akupunkturbehandlung weiter einzunehmen. Nach Besserung der Symptome sollte im Idealfall die Rezeptur von Ihrem behandelnden Arzt angepasst werden.